Partnergemeinden

Partnergemeinde Parum
(Mecklenburg-Vorpommern)

Seit 1986 unterhält unsere Gemeinde eine Partnerschaft zur Evangelischen Kirchengemeinde in Parum in Mecklenburg-Vorpommern.

In Parum, einem Ortsteil der politischen Gemeinde Gülzow-Prüzen, leben etwa 1000 Einwohner. Parum liegt am Parumer See, einem bekannten Naherholungsgebiet, etwa 8 km westlich von Güstrow im Mecklenburger Binnenland.

Das Herzstück der evangelischen Gemeinde von Parum ist der heute noch bestehende Backsteinbau der St. Laurentiuskirche zu Parum, der kurz nach dem Jahr 1300 entstanden ist. Ein vorgesehener Turm kam offenbar nie zur Ausführung, dagegen entstand vor dem Jahr 1800 westlich der Kirche ein hölzerner Glockenstuhl. Im Inneren der Kirche sind einige farbige Wandmalereien aus dem Mittelalter zu bewundern.

Während der NS- und DDR- Zeit sind viele Einwohner aus der Kirche ausgetreten und so zählt die evangelische Kirchengemeinde in Parum heute nur noch ca. 150 Mitglieder (im Vergleich dazu hat unsere Gemeinde etwa 3300 Mitglieder). Die Gemeinde wird schon seit vielen Jahren von Frau Pfarrerin Ingeborg Bräutigam geleitet. Neben einen Austausch der Gemeindebriefe und dem Briefwechsel der Pfarrer gibt es sporadische Besuche.

 

Partnergemeinde Tukuyu/Tansania

Ebenfalls seit 1986 pflegt die Gemeinde der Jesus-Christus-Kirche eine Partnerschaft mit der Lutheran Parish Tukuyu in der Konde-Diözese im Süden Tansanias. Die Gemeinde Tukuyu wurde uns im Rahmen der Beziehungen des Prodekanats München-West zur Konde-Diözese in Tansania zugeteilt.

Tansania gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. 36% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. In einer sehr jungen Bevölkerung (Durchschnittsalter ca. 17 Jahre) liegt die durchschnitliche Lebenserwartung bei ca. 61 Jahre. Die Analphabetenrate liegt bei Männern um 24%, bei Frauen um 40%. Das Bruttosozialprodukt von Tansania beträgt 1700 US-Dollar/Einwohner (Deutschland 39.500 US-Dollar/Einwohner) (Stand: 2013).

Durch Austausch von Briefen und persönlichen Besuchen versuchen wir uns über die jeweiligen Probleme der Gemeinden zu unterrichten und insbesondere das kirchliche Leben der Gemeinden gegenseitig zu schildern. Natürlich kommt dabei das Nord-Süd-Wohlstandsgefälle immer wieder zur Sprache. Zwei Schwerpunkte haben sich herausgebildet:

Zum einen die jährlich stattfindenden Sammlung für Tukuyu. Die Kleidung wird vom dortigen Pfarramt u.a. als Vergütung für Laienarbeit in der Gemeinde und für Gefängnisseelsorge verwendet. Dadurch kommt sie Menschen zugute, die keinerlei finanzielle Mittel zum Kauf von Kleidung haben.

Zum anderen der Aufruf zum Spenden für einen Schulgeldfonds der privaten christlichen Manow-Junior-Secondary School, die im Bereich von Tukuyu liegt.

Die Schule, ein kirchliches Internats-Gymnasium, wurde Anfang 1993 gegründet wird von etwa 300 Mädchen und Jungen besucht. 1999 hatte die erste Klasse das Abitur, die Basis aller Art von Studiengängen an der Universität, erreicht. Die Schule hat das Ziel, zu einem geistigen und kulturellen Zentrum der Konde-Diözese werden, in dem jungen Mädchen die gleichen Bildungschancen wie den Jungen eingeräumt werden.

Der Schulbetrieb ist indirekt von den herrschenden Witterungsbedingungen abhängig, da die Eltern der Schüler meist in der Landwirtschaft tätig sind und das Schulgeld von etwa 20 Euro pro Monat aus den Ernteüberschüssen bezahlen. Missernten, wie sie durch den uns aus der Presse bekannten El Nino-Regen mit nachfolgender Dürre verursacht wurden und werden, bringen keinen Ertrag mehr. Es fehlt dann das Geld, um das Schulgeld zu bezahlen.

Entsprechend ist auch die Situation in Manow: Von den etwa 300 Schülern hatten fast 90% Schulgeldrückstände (Stand 1999). Und damit beginnt ein Teufelskreis: Es fehlt nicht nur Geld, um eine ordentliche Verpflegung sicherzustellen, sondern auch die Lehrergehälter können nicht pünktlich gezahlt werden. Lehrer geben dann aufgrund reiner Not dem eigenen Acker den Vorrang vor dem Unterrichten. Gute Lehrer wandern als erste ab, das Leistungsniveau der Schule sinkt.....

In Anbetracht der Bedeutung einer guten schulischen Ausbildung, gerade für begabte Kinder aus ärmeren Familien, wollen wir aus der Jesus-Christus-Kirche Germering diese Schule unterstützen. Eine neutral besetzte Kommission wacht darüber, dass die Spendengelder des Schulgeldfonds zu 100% für diesen Zweck ausgegeben werden. Dabei wird auch bedacht, dass die Eltern einen, wenn auch geringen, eigenen Beitrag (ihren Möglichkeiten entsprechend) leisten müssen. Verwaltungskosten für die Geldverteilung entstehen nicht. Das Schulgeld (Lehrergehälter, Schulräume, Unterkunft, Verpflegung, Schulmaterial) beträgt ca. 20 Euro pro Monat und Schüler.

Wir bitten Sie daher herzlich um Spenden auf das Konto der Jesus-Christus-Kirche Germering, KontoNr. 2 92 25 81 bei der Sparkasse Fürstenfeldbruck, BLZ 700 530 70 unter dem Stichwort "Tansania Manow-Schule".

Der Frauenbastelkreis unserer Gemeinde hat vom Erlös aus seinen Basaren eine Glocke für die neugebaute Bischofskathedrale der Konde Diözese in Tukuyu gestiftet. Seit September 2001 lädt diese Glocke die Gottesdienstbesucher in unserer Partnergemeinde zum Gottesdienst.